Göttinnen und andere Frauen – Zeit für eine neue Weiblichkeit!

Die neue Weiblichkeit
Wer von Weiblichkeit oder neuer Weiblichkeit spricht kommt in Verruf, die Zeit zurückdrehen zu wollen und die Frauen wieder zurück in bestimmte Klischees und Rollen zu wünschen, von denen sie sich die letzten Jahrzehnten mühsam befreit haben. Auch im Tantra geht es ganz explizit darum für uns Frauen, wieder zu unserem Frau-Sein zu kommen und unsere Weiblichkeit zu entwickeln und auszudrücken. Was ist damit gemeint? Gibt es überhaupt so etwas, wie das Weibliche – und was ist die neue Weiblichkeit?

Wir Frauen waren die letzten dreißig Jahre vor allem damit beschäftigt, uns neben der Verantwortung für Partnerschaft, Kinder und Familie vor allem eine Stellung im beruflichen und politischen Leben zu erarbeiten. Das bedeutete aber für viele Frauen, sich stärker als bisher mit männlichen vorherrschenden Qualitäten, wie Zielstrebigkeit, Leistung, Erfolg  zu identifizieren und diese für sich zu entwickeln, um mit den Männern mithalten zu können. Weibliche Qualitäten wie die Intuition, Empathie, spielerische und kreative Fähigkeiten sind dabei verdrängt und verschüttet worden.

Weiblichkeit ist in Verruf geraten: nicht nur weil sie in der Berufswelt keinen Platz hat, sondern weil uns weibliche Werte oft so deformiert vermittelt wurden, dass wir sie nur ablehnen konnten. Gleichzeitig ist jedoch ein großes Bedürfnis nach Weiblichkeit, nach der Mutter da. Die Sehnsucht nach dem Gefühl, gehalten zu werden, sich fallen lassen zu können, sich anlehnen zu können, genährt zu werden. Viele Frauen haben ein großes Kuschelbedürfnis, das sie beim Mann nicht erfüllt finden, denn das ist nicht seine Sache. Welch ein Ballast fällt von uns ab, wenn wir es wagen, uns diese Erfahrung im Kreis der Frauen zu holen!

Frauen haben ein großes Liebespotential
Was für mich im Osterseminar im Kreis der Frau sehr deutlich geworden ist: Frauen haben ein unglaubliches Potential zu lieben und sich der Liebe zu einem Mann ganz zu verschreiben. Aber viele Frauen haben sich aufgrund von Verletzung und Enttäuschungen auch sehr in sich zurückgezogen. Sie haben Angst und fühlen sich überfordert, Nähe und Intimität mit einem neuen Mann (oder auch dem vertrauten Partner) zuzulassen. Was bleibt ist die Sehnsucht, der Hunger nach Liebe. Denn Frauen wissen: die Liebe ist eines der schönsten Abenteuer, die das Leben für uns bereit hält. Und trotz vieler schöner Dinge, die wir im Leben haben: Beruf, Kinder, liebe enge Freunde, Sport und musische Interessen – nichts reicht an die Liebe heran. Vielmehr entfalten all diese Dinge in unserem Leben erst durch die Liebe ihren wahren Sinn. Und so hoffen wir auf die große, einzig, wahre Liebe, durch die wir erlöst werden.

Die Vergangenheit ist vorbei – doch kann sie nicht losgelassen werden
Doch Neuanfänge in einer Beziehung sind nicht immer einfach. Und Neuanfänge in langen Partnerschaften erst recht nicht. Die Sehnsucht nach jemand ist da. Aber es gibt meistens auch die Erinnerung an jemanden. Du bist vielleicht schon einmal enttäuscht, betrogen oder verlassen worden oder hast selbst einen Partner verletzt. Jeder neue Liebesversuch trägt die Schatten der Vergangenheit in sich: die Erinnerungen an verfehlte und misslungene Lieben, an enttäuschte Hoffnungen und Verletzungen durch Zurückweisungen. All diese Schatten der Vergangenheit lassen uns unsicher oder zaghaft auf jemand Neues zu gehen oder unser Herz ganz verschließen für Intimität und Nähe.

Und obwohl wir Frauen unverbesserliche Romantikerinnen sind, kommen doch leise Zweifel, denn nach einer oder mehreren großen Lieben ist es nicht mehr so leicht, sich neu zu verlieben. Frau ist vorsichtig geworden, vielleicht sogar ängstlich oder hat ganz genaue Vorstellungen von ihrem Partner entwickelt, die es schwer machen, sich neu zu verlieben und ihr Herz zu verschenken.

Hohe Erwartungen und Perfektionismus
Wir Frauen haben gelernt, den Männern immer wieder zu gefallen. Und so sind die Erwartungen an das andere Geschlecht aber dadurch auch an uns selbst unglaublich hoch. Das macht ängstlich und befangen: Entspreche ich den Erwartungen? Bin ich gut genug? Werde ich möglicherweise enttäuscht, wenn ich mich öffne?
All diese Fragen und Zweifel machen es Frauen schwer, ein Tantraseminar zu besuchen; es sind dieselben Fragen, die Frauen auch die Sexualität verleiden. Sexualität, die an sich die Qualität des Spiels und der Leichtigkeit hat, wird dann anstrengend, sodass Frau sie lieber meidet.

Emanzipierte Multitalente
Und obwohl Frauen heute emanzipierte und selbstbewusste Mulitalente sind und all die vielen Anforderungen in ihrem Leben meistern, bleiben die meisten doch in ihrem Frausein und ihrer Sexualität bedürftig und zweifelnd und mit der großen Hoffnung und Erwartung auf Rettung durch den Mann: Wenn der Richtige kommt... dann wird alles anders. Mit ihm wollen sie die eine, einzigartige, besondere Liebesbeziehung erleben. Diese wunderbare Beziehung soll Identität und Anerkennung als Frau geben. Doch diese emotionalen Ansprüche sind so hoch, dass sie immer wieder enttäuscht werden, weil das kein Mann erfüllen kann oder will.

Dies zu erkennen ist ein schmerzhafter aber auch sehr befreiender und heilender Schritt. Er wirft uns zurück auf uns selbst. Hier haben wir die Verantwortung und die Möglichkeit, uns unserer Unsicherheit, unserem Zweifel, was unser innerstes Wesen als Frau ist, zu stellen. – Und die Antwort allein in uns zu finden. Wir suchen sie beim Mann – aber wir finden sie doch nur in uns.

Wer bin ich - als Frau?
Auf diese Frage, die uns zutiefst in unserem Wesen berührt, kannst du im Tantra Jahrestraining eine Antwort finden. Im behutsamen Kontakt mit den Männern und dem gemeinsamen Erfahrungsfeld aber auch im Kreis von Frauen. Frau sein lernen wir von anderen Frauen und von der Mutter, der Großmutter... Im Kreis der Frauen, der auch im Jahrestraining immer wieder in den einzelnen Zyklen ein Rückzugsort für uns Frauen ist, kann alle Spannung von uns abfallen – das ist die Erfahrung in den Frauenkreisen. Hier sind wir miteinander jenseits der Spannung mit dem anderen Geschlecht. „keine Masken, keine Rollen, keine Verletzungen“ – die Spannung fällt ab.  Das Verhältnis der Frauen wird vertraut und schwesterlich, weil das gemeinsame Objekt der Begierde wegfällt. Hier geben sich Frauen einander Tipps und Ratschläge und Austausch aber auch Halt, Trost und Mitgefühl.

Hier erfahren Frauen Heilung und Nahrung – das, was sie in ihrem Leben vermissen weil sie es auch bei der leiblichen Mutter nur unzureichend bekommen haben. Mutter bedeutet Nahrung, Körperliche Intimität und Wärme, Trost, Verstehen, Halten. – Die meisten Frauen haben jedoch die Erfahrung von körperlicher Intimität mit der Mutter nur unzureichend erlebt. So haben viele Frauen auch Angst vor körperlicher Nähe und Intimität mit dem Mann. Sie haben Angst vor Nacktheit und schämen sich für ihren Körper. Oder sie sind überkritisch mit ihrem Körper. Und weil sie ihren Körper und Nacktheit nicht mögen, können sie auch nur unzureichend die Liebe und Sinnlichkeit genießen. Die Heilung, die hier für Frauen geschehen kann, ist zurück in den eigenen Körper zu finden und sich selbst als ein körperliches und sinnliches Wesen anzunehmen. Hier haben wir Frauen ein großes Nachholbedürfnis: uns gegenseitig zu halten, zu nähren, zu trösten und uns körperliche Nähe und Wärme zu geben. Das hilft uns im eigenen Körper zuhause zu fühlen und uns in unserer Sexualität sicher zu fühlen. So gelingt es Frauen zur Freude am eigenen Körper zurückzufinden und zu seiner natürlichen Anmut.

Das ist der Weg des Tantra, der uns zu befreiten Frauen machen will und uns zurückführt zu der tiefen Verbindung mit uns selbst. Hier, im geschützten und achtsamen Energiefeld des tantrischen Raumes können wir unsere begrenzten Vorstellungen über uns selbst und unsere tiefen Ängste überwinden und über uns selbst hinaus wachsen. In diesem Raum entwickeln wir uns zu den Frauen, die wir in unseren kühnsten Träumen zu sein wünschen. Wir lernen unseren eigenen Träumen von uns selbst zu entsprechen.

Und wir brauchen diese Räume, die uns helfen die Liebe zu uns selbst zu finden, zu uns als weibliche und körperliche Wesen. Und uns nicht länger für unseren Körper und unsere Weiblichkeit zu schämen, sondern sie als unser natürliches Geburtsrecht wieder zu uns zu nehmen.

Frauen gewinnen Selbstvertrauen und Mut
Damit verändert sich ganz entscheidend das Verhältnis zum Mann. Frauen werden selbstbewusster und mutiger, was ihre Körperlichkeit, ihr Frausein und ihre sexuellen Wünsche und intimen Bedürfnisse angeht. Sie brauchen nicht mehr auf die Rettung durch den Mann zu warten. Sie haben sich soweit in ihrem Frausein und ihrer Körperlichkeit angenommen und lieben gelernt, dass sie getrost den Mann in seiner sexuellen Andersartigkeit erwarten können und müssen sich nicht mehr durch ihn bedroht fühlen. Sie können ihn aufnehmen und halten. Sie können sich einbringen in den sinnlichen Kontakt mit dem Mann ohne Angst vor Zudringlichkeit und Grenzüberschreitungen. Denn sie haben gelernt für sich selbst zu sorgen und sich zu vertreten. Sie fühlen sich nicht länger als Opfer, denn sie übernehmen Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse nach Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität.

Unser Tantra Jahrestraining: Lieben lernen
Dafür gibt es im Jahrestraining ein Experimentierfeld. In dem achtsamen Raum kannst du dich im Kontakt mit anderen Männern ausprobieren. Du kannst herausfinden wie viel Nähe, wie viel Distanz du brauchst. Du wirst lernen A zu sagen ohne bei Z landen zu müssen. D.h. du lernst zu bestimmen, auf welche Art und wie weit du im Kontakt mit einem Mann gehen willst. Du lernst verschiedene Tonarten der Intimität und Nähe kennen, ohne dass es zu einem genitalen Kontakt kommen muss. Du kannst dich auf spielerische Art als Frau ausprobieren und kannst in deinem Rhythmus deine Grenzen erweitern, wenn du das willst. Wo sonst hast du diese Erlebnis und Experimentierräume?

Wir brauchen als Frauen diese Erfahrungsräume. Sie helfen uns unsere Masken der Unabhängigkeit „Ich brauche niemanden – ich schaff alles allein“ aufzugeben. Dann finden wir Unterstützung und Halt in der gemeinsamen Suche nach uns selbst, unserem ureigensten Wesen als Frau.

Wenn Du den Wunsch und die Sehnsucht verspürst, dich als Frau zu suchen und weiterzuentwickeln, im offenen und ehrlichen Kontakt mit anderen Frauen und Männern zu sein, dann lass dich nicht durch deine Ängste aufhalten und wage das Abenteuer dieses Weges.

Details zum 11. Jahrestraining I

 Wir wünschen dir Liebe und Freiheit auf deinem Weg.

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