Lebensfreude
Wenn wir TeilnehmerInnen in unseren Seminaren fragen aus welchem Grund sie hier sind,
hören wir sehr oft die Antwort: "Ich suche die Freude in meinem Leben",
"Ich möchte mich glücklich fühlen und mehr Freude empfinden." oder "Ich
möchte morgens aufwachen und mich auf den Tag freuen können.".
Natürlich, wir alle haben Momente in unserem Leben, in denen wir glücklich sind und uns freuen. Augenblicke, in denen uns der Geliebte, eine Freundin oder die Kinder erfreuen und beglücken. Oder aber wir erleben etwas Besonderes, was uns Freude bereitet. Ein einmaliges Erlebnis, was uns für einen Moment aus dem oft gleichförmigen und lustlosen Alltag heraushebt. Leider sind das oft nur kurze Augenblicke in unserem Leben. Diese werden dann wieder abgelöst von Ereignissen, die unsere Freude beeinträchtigen: schlechte Nachrichten, Rückschläge, Sorgen, Ärger am Arbeitsplatz. Vorkommnisse, die bei uns Ablehnung, Angst, Trauer und Wut auslösen, die gegenteiligen Gefühle von Lebensfreude und Glück.
Was aber ist dann diese Lebensfreude? Wie kann ich sie finden und in meinem Leben über die kurzweiligen Erlebnisse hinaus halten?
Lebensfreude und Ekstase sind ein natürliches Geburtsrecht
Lebensfeude ist ein positives Lebensgefühl. Sie ist unabhängig von äußeren Ereignissen und Menschen und unabhängig von unserer willentlichen Anstrengung. Wir können nicht einfach beschließen, Freude zu haben. Vielmehr ist die Freude Ausdruck lustvoller Erregung, beständig fließender ursprünglicher Lebensenergie.
Diese natürliche und ursprüngliche Lebensenergie ist jedem Menschen von Geburt an mitgegeben. Es ist unsere grundlegende sexuelle Energie, die Leben überhaupt erst ermöglicht. Diese sexuelle Energie, die von unseren Genitalien aus ihren Weg zum Herzen strömt und dort in reine Freude verwandelt wird. Freude, die überfließt wird zur Ekstase. Ekstase ist der natürliche Zustand in den wir alle hineingeboren sind.
Unschuldige Natürlichkeit
Betrachten Sie ein neugeborenes Baby. Sein ganzer Körper befindet sich in permanenter leichter Erregung und Bewegung. Es zuckt, strampelt und wenn sein Gesicht entspannt, sieht es aus, als wenn es über das ganze Gesicht lachen würde. Innere Bewegungen und körperlicher Ausdruck sind eins. Wenn Sie das Baby an einer Stelle seines Körpers berühren, anwortet der gesamte Körper. Wenn ein Baby schreit oder lacht, so ist der ganze Körper miteinbezogen. Das Strömen seiner Lebensenergie findet in seinem Körper seinen natürlichen und unschuldigen Ausdruck. Deshalb freuen sich viele Menschen, wenn sie ein Baby sehen.
Der Verlust der Unschuld
Im Laufe seines Heranwachsens verliert dieses Kind jedoch seine Natürlichkeit und Unschuld. Und mit dem Verlust der Natürlichkeit und Unschuld wird auch die Lebensenergie und die damit verbundene Lebensfreude und Ekstase beschnitten.
Die ursprüngliche Energie der Freude und der sexuellen Lust ist dieselbe. Der natürliche Ausdruck der sexuellen Energie wird jedoch Kindern untersagt, Jugendliche und Erwachsene unterliegen ganz bestimmten Regeln, die den freien Ausdruck ihrer Sexualität einschränken. Der kollektive Einfluß dieser Kultur und die Religion vermitteln eine grundlegende Abwertung unserer Sexualität. Ihr Einfluß ist dabei sehr stark, da sie vor allem unser Unbewußtsein prägen.
Scham und "schlechte Gefühle"
Wir beginnen uns unserer Sexualität und des damit verbundenen körperlichen Ausdrucks zu schämen. Wir verbinden sie mit schlechten Gefühlen und entwerten sie. Wir ignorieren sexuelle Gefühle und akzeptieren uns nicht als sexuelle Wesen.
Vielleicht lösen diese Zeilen Widerstand in Ihnen aus. Sie fühlen sich sexuell frei. Sie hatten oder haben vielleicht gerade eine erfüllte sexuelle Beziehung. Und immerhin gab es in den siebziger Jahren die sexuelle Revolution, die ja in der Tat viel Enttabuisierung und Befreiung gebracht hat. Dennoch ist mit dem Verlust der Natürlichkeit und Unschuld unserer Sexualität eine tiefere Schicht in uns berührt. Nehmen Sie als ein Beispiel die Erektion beim Mann. Die Erektion ist ein ganz natürlicher Ausdruck männlicher, sexueller Energie. Dennoch dürfen Männer in der Öffentlichkeit, d.h. außerhalb des Schlafzimmers keine Erektion haben. Ist sie aber dennoch da, schämen sich Männer dafür und versuchen alles, um sie zu verstecken und möglichst schnell wieder abzubauen.
Einschränkende Selbstbilder
Scham taucht häufig auch dann auf, wenn Frauen beginnen sich in ihrer neu entdeckten Weiblichkeit zu zeigen. Eine Teilnehmerin unserer Seminare berichtet:"Ich befinde mich jetzt schon seit einigen Monaten auf dem tantrischen Weg und praktiziere regelmäßig die Übungen. Irgendwann entdeckte ich wie die Lust wie ein großer Strom in mir floß. In Situationen, die erst einmal gar nicht sexuell oder erotisch waren, spürte ich diese warme Energie meiner Lust durch mich fließen. Ich war glücklich und genoß es, mich ganz von dieser erotischen Kraft durchdringen zu lassen. Mit jeder Faser meiner Haut, in jeder Zelle meines Körpers spürte ich meine Weiblichkeit und Erotik. Ich genoß es, meinen Körper in weiblichen, sinnlichen Bewegungen zu erleben. Ich erlebte und begriff: Erotik und Sexualität ist nicht etwas, was ich nur im Sex mit einem Partner erfahre, ein schönes Erlebnis zu zweit. Vielmehr erlebte ich diese erotische Energie als etwas, was zutiefst zu mir gehört, unabhängig von einem anderen Menschen. Erotik und Sexualität waren nicht länger Dinge, die ich tat, sondern wurden zu einer Haltung, die mein ganzes Wesen durchdrang. Ganz natürlich wollte ich diese erotische Frau zeigen. Wollte mit dem erotischen Feuer spielen. Doch da tauchten die Verbote in meinem Kopf auf. All die Sätze, die ich bereits aus meiner Jugendzeit kannte. Botschaften der Eltern und anderer Erwachsener. Sätze wie "Benimm dich, was sollen die anderen denn von dir denken, du Flittchen..." Und ich spürte wie diese Sätze noch immer Macht über mich hatten und es verhinderten, mich als Frau in meiner Erotik und Sinnlichkeit zu zeigen. Bis ich mich entschied, meiner Energie zu folgen und nicht den alten Sätzen in meinem Kopf. Und Verantwortung für mich selbst zu übernehmen."
Dieses Beispiel mag zeigen, wie tief Schamgefühle und negative Selbstbilder den natürlichen Ausdruck unserer sexuellen Energie verhindern. Wir sind bestrebt, unsere Sexualität zu beherrschen und zu kontrollieren. Dies muß aber unweigerlich zu einem Beschneiden des natürlichen Lebensflusses führen.
Der standardisierte Tanz - die kontrollierte Energie
Sehr deutlich wird dies am Tanzen. Tanz ist der natürliche Ausdruck unseres Körpers auf die Begegnung mit Musik. Er kann eine ekstatische und schöpferische Ausdrucksform unserer sexuellen Energie sein. Was wir hingegen in unserer westlichen Kultur entwickelt haben, ist eine Vielzahl an Tanzformen, den sogenannten Standard-Tänzen mit kontrollierten Bewegungen und Tanzschritten. Diese Tänze müssen regelrecht einstudiert, die einzelnen Tanzschritte beherrscht werden. Eins haben diese Tänze trotz verschiedener Schritte gemeinsam: das Becken wird dabei nicht aktiviert. Es bleibt starr und unbeweglich. Die Hüften sind angespannt statt locker und beweglich. Unsere sprudelnde, pulsierende Energie, die ihren Sitz im Becken hat, wird so zurückgehalten und kann nicht im freien Tanz fließen. Haben Sie sich schon einmal erlaubt in einer Disco oder auf einem Fest mit Ihren Hüften zu wackeln, Ihr Becken zu wiegen? Wie war die Reaktion der anderen um Sie herum? Und welche Gedanken und Gefühle tauchten dabei bei Ihnen auf? Wenn Sie es noch nicht erlebt haben, probieren Sie es einmal aus - und Sie werden erfahren, wie tief der spontane und natürliche Ausdruck unserer sexuellen Energie in unserer Kultur mit Scham belegt ist. Frauen haben Angst als "Flittchen" zu gelten, Männer halten dies für "schwules Verhalten".
Tanz als natürlicher Ausdruck unserer Lebensenergie
Wie anders ist da der Tanz der einfachen Menschen in Afrika oder Lateinamerika! Ohne diese Kulturen verherrlichen zu wollen, können wir doch viel von Ihnen lernen, was den freien Tanz angeht. Vielleicht hatten Sie schon einmal, so wie wir, das Privileg und konnten bei einem Fest dieser Menschen als Gast dabei sein. Es ist eine wahre Wonne zuzusehen, wie die Menschen beim Tanz mit ihren Hüften wackeln, wie ihr Becken frei und ekstatisch kreist, hüpft, schaukelt. Und wie dabei die Lebensfreude hervorquellt, übersprudelt und in eine Ekstase überfließt, von der wir uns einfach nur anstecken und mitreißen lassen konnten. Ein Grund dafür, daß diese Menschen so frei und ekstatisch tanzen können, liegt sicherlich darin, daß sie mit ihren Körpern, die Teil der Natur sind, verbunden sind und der Weisheit ihrer Körper vertrauen.
Uns Menschen im Westen fällt es erst einmal schwer, die Dominanz unseres Kopfes loszulassen und unserem Körper und seiner Energie zu vertrauen. Die Aufgabe von Kontrolle gilt in unserer Gesellschaft als Niederlage. Es geht darum, das Gesicht zu wahren, den Körper zu beherrschen. Wenn dieses Verhalten jedoch keinen Gegenpol erfährt und ausschließlich daran festgehalten wird, führt dies zu einer gewissen Starre und Steifheit. In einem Körper, der steif und bewegungslos ist, kann aber die Energie nur ungenügend fließen - sie muß stagnieren. Wenn wir Lebensfreude und Ekstase erleben wollen, braucht es den Mut und die Bereitschaft, Gefühle auszudrücken, Kontrolle aufzugeben und der Weisheit und Eigendynamik des Körpers zu vertrauen.
ÜBUNGSREIHE: Sexercises (CD 2002)Diese Übungsreihe ist grundlegend und befreiend. Sie löst sanft alte Körperblockaden auf und läßt die sexuelle Grundenergie durch den ganzen Körper fließen. Die aufeinander abgestimmten Übungen haben eine starke transformatorische Wirkung, die Sie bereits nach wenigen Malen erleben können. Die Wirkungen im einzelnen sind:
m Lockerung von
Muskelpanzerungen und energetischen Blockaden
m Stärkung Ihres Energiesystems und Ihrer Vitalität
m Körperliche Verjüngung und gesteigerte Gesundheit
m Stärkung der feinstofflichen Energiebahnen (Nadis)
m Aktivierung verschiedener Drüsen zur Ausschüttung
körpereigener Hormone
Rahmenbedingungen:
Zeit: 35 Minuten
Schutzraum: Entsprechende Lautstärke der Musik zum Tanzen sollte möglich sein.
Kleidung: Tragen Sie weite Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können.
Ziehen Sie die Schuhe aus, um guten Bodenkontakt zu haben.
Aus energetischen Gründen empfiehlt es sich,
Schmuck abzulegen.
Sinn:
In der Übung Sexercises, die Sie auch angeleitet auf CD finden, laden Sie sich
energetisch auf, bringen Ihre Energie ins Fließen und lösen mögliche Blockaden in Ihrem
Körper. Besonders Ihre Sexualkraft wird geweckt und gestärkt. Darüber hinaus werden
durch die Bewegungen die entsprechenden endokrinen Drüsen aktiviert, was zu einem
gesunden Stoffwechsel und zu mehr Gesundheit und Vitalität führt. Die Sexercises sind
aufeinander abgestimmte Übungen, die sich in der Praxis bewährt haben. Sie bilden eine
wichtige Grundlage als Vorbereitung des Körpers für weitere, feinstoffliche Übungen.
Die Sexercises geben Ihnen Energie und Lebensfreude im Alltag; regelmäßig praktiziert verändern sie Ihren Gesamtorganismus. Sie helfen, Ihr Energieniveau, auf dem Sie leben immer mehr zu erhöhen. Sie entfalten ihre transformatorische Wirkung erst bei wiederholter Anwendung.
Manche Übungen und energetische Zustände können ungewohnt sein - trauen Sie sich, Ihre Grenzen etwas zu erweitern. Wenn Sie eine körperliche Grenze spüren, atmen Sie tiefer und voller. Diese Übungen sind aber kein Leistungssport. Die Sexercises sollen Spaß machen und sind nicht als Body Building gedacht.
Vorübung: Die Energetische Grundposition
Wenn Sie Ihren Körper schütteln oder eine andere Übung im Stehen praktizieren, nehmen
Sie die folgende Grundhaltung ein. Sie läßt Ihren Körper locker und durchlässig für
das Fließen von Energie sein. Durch eine gute Erdung kann überschüssige Energie nach
unten abfließen.
Stellen Sie Ihre Füße parallel und schulterbreit auseinander auf den Boden. Geben Sie in den Knien etwas nach, so daß die Beine leicht angewinkelt sind. Bauch und Gesäß sind entspannt. Oberkörper und Rücken sind aufgerichtet, die Wirbelsäule gerade vom Steißbein bis zum Schädelansatz. Die Arme hängen seitlich locker neben dem Körper.
Öffnen Sie leicht den Mund, so daß auch der Kiefer entspannen kann. Atmen Sie voll und tief durch den geöffneten Mund. Nehmen Sie den Kontakt Ihrer Füße mit dem Boden wahr. Achten Sie darauf, daß Sie einen guten Stand haben, verwurzelt mit der Erde. Lockern Sie Becken und Bauch, indem Sie das Becken ein paarmal um Ihre eigene Mitte kreisen lassen. Schaukeln Sie mit dem Oberkörper einige Male vor und zurück, um den Schwerpunkt in Ihrer Mitte zu finden.
Durchführung:
Auf der CD werden Sie mit ausgewählter Musik und unseren Anleitungen durch die
Übungsreihe geführt. Hier die Schritte im einzelnen:
Stehen Sie zu Beginn in der Energetischen Grundposition. Stehen Sie locker und mit gutem Bodenkontakt.
1. Schütteln
Beginnen Sie mit der Musik Ihren Körper zu schütteln. Das Schütteln hilft, aufgestaute
Spannungen zu lösen und die Energie freizusetzen. Muskelspannungen in Kopf und Schulter
werden gelöst, so daß die Energie frei bis ins Gehirn fließen kann. Schütteln Sie nach
und nach alle Körperteile, auch Kopf und Becken. Achten Sie darauf, daß in dieser Phase
Ihre Füße fest auf dem Boden stehen. Während Sie sich zu Beginn wahrscheinlich
willentlich schütteln, kann es sein, daß nach einigen Minuten das Gefühl entsteht, daß
"Sie geschüttelt werden" - Ihre körpereigenen Energien beginnen sich zu
verselbstständigen. Lassen Sie Ihren Mund leicht geöffnet - so entstehen vielleicht
dabei Laute, wenn auch "Ihre Stimme sich schüttelt".
2. Tanz
Setzen Sie die gelockerte Energie in Bewegungen um, die spontan geschehen und sich gut
anfühlen. Lassen Sie einmal alle gewohnten Tanzbewegungen außer acht. Vertrauen Sie
Ihrem Körper und seinen Impulsen und probieren Sie neue und vielleicht zunächst auch
ungewohnte Bewegungen aus.
3. Becken-Kreisen
Das Becken wird gelockert und sensitiviert. Beim Liebesakt trägt die Beckenbewegung zur
Reizung der Yoni (Vulva) und des Lingams (Penis) bei und hilft so mit, die Erregung zu
verstärken.
Nehmen Sie die Grundposition ein und lassen Sie Ihr Becken zunächst im Uhrzeigersinn und dann entgegengesetzt kreisen. Ziehen Sie weite Kreise mit Ihrem Becken. Gehen Sie bis an die Grenzen der Ausdehnung. Halten Sie Ihren Oberkörper dabei ganz ruhig. Nur das Becken bewegt sich. Lassen Sie dann die Kreise wie eine Spirale wieder kleiner werden.
4. Bauch reiben
Das Bauchreiben hilft Ihnen, ein Energiereservoir im 3. Chakra, im Solar Plexus
aufzubauen. Es stärkt das Verdauungs- und Ausscheidungssystem.
Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch unterhalb des Nabels. Beginnen Sie zunächst im
Uhrzeigersinn kleine Kreise auf Ihrem Bauch zu ziehen. Lassen Sie sie dann größer werden
und wieder zurück zum Nabel kleiner werden. Mit etwas Übung können Sie währenddessen
das Beckenkreisen beibehalten.
5. BeckenstoßenBei dieser Übung stehen Sie in der Grundposition. Sie bewegen jetzt im Rhythmus mit Ihrem Atem Ihr Becken vor und zurück. Mit dem Einatmen schieben Sie Ihr Becken nach hinten - mit dem Ausatmen stoßen Sie es nach vorn. Atmen Sie dabei tief in Ihr Becken durch den leicht geöffneten Mund. Wie beim Liebesspiel bewegen Sie so Ihr Becken vor und zurück. Tauchen Sie ganz ein in dieses Bild und in die rhythmische Bewegung Ihres Beckens. Auch wenn bewertende oder einschränkende Gedanken zwischendurch auftauchen, bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bei der Bewegung und Ihrem Atem.
Nach einigen Minuten kehren Sie Atem und Bewegung um. Mit dem Einatmen schieben Sie jetzt Ihr Becken nach vorn - mit dem Ausatmen geht es wieder nach hinten. Nehmen Sie dabei die unterschiedlichen Qualitäten der Bewegungen wahr.
6. Bruststimulation
Gehen Sie dann etwas weiter und legen Sie beide Handflächen auf Ihre Brüste. Stimulieren
Sie Ihre Brüste mit kreisenden Berührungen der Handflächen. Beide Hände umkreisen
dabei synchron die Brustwarzen. Streichen Sie von der Mitte aus über die Brust nach
außen, umkreisen Sie außen Ihre Brust und bringen Sie die Berührung von unten in der
Mitte wieder zusammen.
Variieren Sie die kreisenden Berührungen. Sie
können mal kleiner oder größer sein. Atmen Sie dabei voll und tief. Entspannen Sie
Bauch und Becken. Lassen Sie leichte Beckenbewegungen entstehen. Nehmen Sie Ihren tiefen Atem zu Hilfe, Ihren Körper
ganz loszulassen.
Genießen Sie die sanfte leichte Erregung. Geben Sie sich die Erlaubnis, Ihr sexuelles Feuer sich weiter ausbreiten zu lassen. Die Stimulation Ihrer Brüste wirkt belebend und erregend. Sie aktiviert Ihre Geschlechtsdrüsen und veranlaßt dadurch das Ausschütten von Hormonen, was Ihren gesamten Organismus vitalisiert und stärkt.
7. Schulter-Kreisen
Gehen Sie dann mit Ihrer Aufmerksamkeit zu Ihren Schultern. Lassen Sie zunächst beide
Schultern gleichzeitig vor - und zurückkreisen. Ziehen sie dafür beide Schultern
gleichzeitig vorn hoch hinauf bis zu den Ohren und nach hinten wieder hinunter.
Wiederholen Sie diese Bewegung.
Dann ziehen Sie die Schultern hinten hoch und lassen Sie vorn wieder hinunter fallen. Dann
können Sie die Bewegung mit den Schultern einzeln und abwechselnd durchführen.
8. Kopf-Kreisen
Lassen Sie dann Ihren Kopf kreisen. Zunächst in die eine Richtung - und dann in die
andere. Kreisen sie sanft und
atmen sie dabei durch den Mund. Beachten Sie mögliche Grenzen und Widerstände. Gehen Sie
sanft mit der Bewegung hindurch.
9. Die energetische Hocke
Die energetische Hocke hilft Ihnen, die angespannten Oberschenkelmuskeln zu dehnen, damit
mehr Energie in die Genitalien fließen kann.
Beide Füße sollten beim Hocken mit der ganzen Sohle den Boden berühren. Bei
Schwierigkeiten damit legen Sie eine eingerollte Decke unter die Fersen. Legen Sie die
Handflächen vor der Brust zusammen und dehnen Sie gleichzeitig mit den Ellbogen die
Oberschenkel auseinander. Die Wirbelsäule ist gerade aufgerichtet. Der Kopf mag dabei
hängen.
Diese Position ist darüber hinaus besonders geeignet, die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Spannen Sie mit dem Einatmen Ihre Genitalien und den Anus an. Ziehen Sie diese Muskeln so fest Sie können zusammen. Mit dem Ausatmen lassen Sie los und entspannen Ihre Beckenmuskeln. Wiederholen Sie dies mehrmals.
Nähere und differenzierte Anleitungen zum Training des PC-Muskels finden Sie in Kapitel Acht.
10. Katzenbuckel
Diese Übung lockert Ihre Wirbelsäule und regt die Geschlechtsdrüsen an.
Gehen Sie in den Vierfüßlerstand. Hocken Sie sich auf Ihre Knie und Hände. Die
Fingerspitzen zeigen aufeinander. Die Arme sollten nicht ganz durchgedrückt sein. Lassen
Sie Bauch und Kopf hängen, entspannen Sie Ihr Gesäß.
Mit dem Einatmen ziehen Sie sich zusammen, der Rücken wird gekrümmt wie bei einer
zornigen Katze, der Kopf ganz zur Brust gezogen. Verschließen Sie fest alle
Körperöffnungen dabei. Halten Sie einen Moment diese Stellung.
Dann mit dem Ausatmen öffnen Sie sich. Der Rücken geht leicht ins Hohlkreuz, der Kopf
nach oben, so daß die Augen zur Decke schauen und die Zunge ganz ausgestreckt ist.
Entspannen Sie auch Ihre Genitalien und den Anus dabei.
Diese beiden Positionen wechseln in Ihrem Atemrhythmus. Halten Sie beide Stellungen
jeweils eine Weile, wenn Sie ganz aus- bzw. eingeatmet haben.
11. Beckenkreisen im Vierfüßlerstand
Bleiben Sie in dieser Position des Vierfüßlerstandes. Setzen Sie diesmal Ihre Hände
möglichst nah an Ihren Körper, so daß sich Ihr Rücken noch mehr wölbt. In dieser
Position kreisen sie dann wieder Ihr Becken in verschiedene Richtungen.
12. Nachspüren
Nehmen Sie sich am Ende Zeit zum
Nachspüren. Legen Sie sich mit dem Bauch auf den Boden oder auf die Seite.
Wenn die äußere Bewegung ruht, setzt häufig erst die innere Bewegung ein. Sie können
dann das Pulsieren der geweckten Energie wahrnehmen. Vielleicht anfangs ungewohnte
Empfindungen im ganzen Körper wie Kribbeln, Hitze, Zuckungen oder Vibrieren sind normal
und ein Zeichen der erhöhten Energie.
Anmerkungen:
Achten Sie bei allen tantrischen Übungen darauf, wenn nicht anders angegeben, durch den
leicht geöffneten Mund zu atmen. Vielleicht ist das anfangs ungewohnt, aber es hilft, den
Atem frei fließen zu lassen und Ihre Gefühle und Empfindungen durch Töne auszudrücken.
Haben Sie den Mut bei den Übungen zu seufzen, stöhnen, schreien, weinen oder zu lachen.
Sie unterstützen sich damit, sich auszudehnen Ihrer Energie Raum zu geben.
Für
Fortgeschrittene - Partnerübung:
Sie können die Sexercises natürlich auch mit Ihrem Partner oder einem Freund zusammen
praktizieren. Diese Übungsreihe ist jedoch so angelegt, daß Sie die Bewegungen allein
praktizieren, deshalb sollten Sie ohne Körperkontakt sein.
Zu Beginn beim Schütteln ist es sinnvoll, die Augen noch geschlossen zu halten. In den weiteren Phasen können Sie sich anschauen oder mit geschlossenen Augen mit der Aufmerksamkeit ganz bei sich sein. Besonders in der Phase der Stimulation der Brustwarzen, wenn Sie erregt sind, ist es eine besondere Herausforderung, sich Ihrem Partner so zu zeigen. Verlieren Sie dabei jedoch nicht den Kontakt zu sich selbst. Wenn Sie merken, daß Sie sich im anderen verlieren, sollten Sie die Augen wieder schließen.
Es kann sein, daß Sie es gewohnt sind, in der sexuellen Erregung entweder bei sich oder dem Partner zu sein. Dann kann diese Übung Ihnen helfen, daß dies kein Widerspruch sein muß. Sie können lernen, wie es ist gleichzeitig den eigenen Körper zu fühlen und den Partner wahrzunehmen.
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